Abrogation

Frieden oder Jihad? Abrogation im Islam.

Teil des Grundlagenwissens, das jeder über den Islam haben sollte.

Im folgenden die Übersetzung eines Textes aus 2007, den ich beim Middle East Forum gefunden habe. Der Autor, David Bukay, nimmt damit den Umgang des Islam mit sich widersprechenden Textstellen in seinen heiligen Büchern wissenschaftlich unter die Lupe. Vom Christentum kennen wir, dass solche Widersprüche solange wegdiskutiert werden, bis es dem Laien einfach nur noch schwindelig ist und er keinen Bock mehr auf weitere Diskussion hat.
Im Islam geht das ganze etwas einfacher: Dank dem Prinzip der Abrogation machen neuere Stellen die älteren ungültig, „abrogieren“ sie. Aber auch das Prinzip der Abrogation ist nicht eindeutig und schon gar nicht unumstritten. Einige Glaubenszweige lehnen sie rundheraus ab, andere gehen davon aus, dass die entsprechenden Koranverse den äußeren Umständen entsprechend anzuwenden sind.

Die Kenntnis des Inhaltes dieses wichtigen Artikels hilft sehr dabei, den Islam besser zu verstehen – und auch das Verhalten von Islam-Verbänden und Islam-Apologeten, wie man sie zuhauf in TV-Shows beim Verharmlosen der Gewaltsuren beobachten kann. Jeder, der bisweilen Diskussionen zu diesem Thema führt oder beobachtet, sollte sich diesen Text verinnerlichen.

Vielen Dank an das Middle East Forum für die freundliche Genehmigung zur Übersetzung und Veröffentlichung. Falls die Übersetzung teilweise etwas gestelzt klingt, sorry, aber ich bin kein professioneller Übersetzer. Wichtig ist mir, dass der Inhalt verständlich ist.

Link zum englischsprachigen Original

Frieden oder Jihad? Abrogation im Islam

von David Bukay

Middle East Quarterly

Herbst 2007

Dass es keinen Zwang im Islam gäbe und dass der Islam eine Religion des Friedens sei sind gebräuchliche Floskeln bei muslimischen Aktivisten [1], Akademikern [2], Amtsträgern [3], und Journalisten [4]. In einem Zeitalter von Terrorismus und gewalttätigem Jihad argumentieren sie, der Koran würde nirgends Muslimen erlauben Nicht-Muslime zu bekämpfen weil sie es ablehnen, Muslime zu werden [5]. Fürsprecher von islamischer Toleranz weisen auf eine Anzahl koranischer Verse hin, die gegen Gewalt mahnen und für Frieden, Toleranz und Verständigung sprechen [6].

Aber nicht alle Verse im Koran haben das gleiche Gewicht in ihrer Bemessung. Anders als das Alte oder Neue Testament ist der Koran nicht chronologisch geordnet sondern stattdessen nach der Größe der Kapitel (Suren) [7]. Selbst innerhalb der Suren kann die Chronologie durcheinander sein. In der zweiten Sure, zum Beispiel, enthüllte Gott die Verse 193, 216 und 217 an Mohammed kurz nachdem er in Medina ankam. Sechs Jahre später enthüllte ihm Gott die Verse 190, 191 und 192 [8]. Dies erschwert die Deutung, um so mehr, wenn sich einige Verse scheinbar widersprechen.

Abrogation (Aufhebung) im Koran

Der Koran ist einzigartig unter den heiligen Schriften da er eine Glaubenslehre zulässt, in der spätere Verkündigungen des Propheten seine früheren für null und nichtig erklären [9]. Vier Verse im Koran bestätigen bzw. rechtfertigen die Abrogation:

  • Wenn Wir (einem Gesandten) das wunderbare Zeichen eines vorigen vorenthalten oder es in Vergessenheit geraten lassen, so geben wir ihm ein besseres oder ein ähnliches. Weißt du nicht, daß Gottes Allmacht unermeßlich ist? [10]
  • Wenn Wir dir ein Zeichen geben, das die Zeichen von Gesandten vor dir ersetzt – Gott weiß wohl, was Er offenbart – sagen die Ungläubigen: „Du bist ein Lügner!“ Doch die meisten von ihnen sind unwissend. [11]
  • Gott hebt von den früheren Offenbarungen auf, was Er will und bestätigt, was Er will. Bei Ihm ist das Ur-Buch (Umm-al-Kitâb). [12]
  • Wenn Wir wollten, würden Wir dir den offenbarten Koran wegnehmen, und du würdest keinen finden, der sich vor Uns für dich einsetzt. [13]

Anstatt Widersprüche in Passagen, welche die muslimische Gemeinschaft bestimmen, erklärend zu erläutern, bestätigen viele Rechtsgelehrte die Unterschiede und akzeptieren, dass spätere Verse die früheren ausstechen [14]. Die meisten Gelehrten unterteilen den Koran in Verse, welche Mohammed in Mekka offenbart wurden, als seine Gefolgschaft schwach und auf Verständigung angewiesen war, und diejenigen, die in Medina offenbart wurden, wo Mohammeds Macht größer wurde.

Klassische Gelehrte argumentieren, dass wer den Koran studiere ohne die Lehre der Abrogation zu meistern, „Fehlerhaft“ wäre [15]. Diejenigen, die das Prinzip der Abrogation nicht anerkennen, bewegen sich außerhalb des Mainstreams und möglicherweise außerhalb der Religion an sich. Die Ahmadiyah-Sekte z.B., welche heute vor allem in Pakistan angesiedelt ist, lehnt die Abrogation konsequent ab, da sie die Auffassung untergrabe, der Koran sei frei von Fehlern [16]. Viele Muslime betrachten Ahmadis, die auch ihren Gründer als Propheten bezeichnen, als Apostaten (vom Glauben Abgefallene).

Weil der Koran nicht chronologisch geordnet ist, gibt es ganze Abteilungen der Theologie die feststellen sollen, welche Verse abrogieren und welche abrogiert werden. Muslimische Gelehrte gründen ihr Verständnis der Theologie nicht nur auf dem Koran sondern auch auf den Hadithen, Beschreibungen des Lebens des Propheten Mohammed. Besonders eine Hadith spricht die Abrogation an. Sie zitiert Abu al-A‘la bin al-Shikhkhir, welcher von den Theologen als zuverlässige Quelle von Wissen über das Leben des Propheten anerkannt wird mit der Aussage, dass „der Gesandte Gottes einige seiner Anweisungen durch andere aufhebt, ebenso wie der Koran einen Teil von sich durch einen anderen aufhebt.“ [17].

Mohammed nahm an, dass Gott frühere Offenbarungen ungültig machen würde, oft Anweisungen strenger machend [18].

Abrogation passiert nicht nur innerhalb des Korans, sondern auch durch den Koran gegenüber früheren Offenbarungen, wie sie durch Jesus oder Moses überbracht wurden. Die Sure 2:106 bezieht sich auf Anweisungen, die Propheten vor Mohammed gesandt wurden [19]. ‚Abdullah Yusuf ‘Ali, ein Kommentator und Übersetzer des Korans, deutete den Vers dahingehend, dass Gottes Botschaft über die Zeit die gleiche bleibt, aber ihre Form entsprechend den Anforderungen der Zeit anpasst [20]. ‘Abd al-Majid Daryabadi, ein pakistanischer Koran-Kommentator, wiederum vertritt die Auffassung, dass die Gesetze sich im Laufe der Zeit zwar ändern, aber es keine Schande für den Gesetzgeber ist, temporäre Gesetze durch dauerhafte zu ersetzen [21].

Ein anderer Grund für Diskussionen unter den Gelehrten ist die Frage, ob Gott Offenbarungen aus dem Gedächtnis von Mohammed und seinen Anhängern weggenommen hat, so dass diese Offenbarungen verschwanden wie manche der im Koran genannten, über die heute wenig bekannt ist [22].

Dies führt zur klassischen theologischen Auseinandersetzung darüber, ob solche Auslegungen die Vorstellung schwächen, dass der Koran ewig sei [23]. Diejenigen, die Abrogation abwerten oder herunterspielen interpretieren die mekkanischen Verse als an die Spiritualität gerichtet und sehen die später in Medina offenbarten nicht als aufhebend, sondern stattdessen als den Kontext erweiternd an, um die Gesamtheit verständlich zu machen [24].

Abrogation in der klassischen Lehre

Muslimische Gelehrte aus dem klassischen Zeitalter waren über das Prinzip der Abrogation im Koran einig. Im elften Jahrhundert untersuchte Abu Muhammad ‘Ali bin Ahmad bin Sa‘id Ibn Hazim (d. 1064), ein andalusischer Theologe, Philosoph, Historiker und Jurist den Koran Kapitel für Kapitel um aufzuzeigen, welche Verse andere Verse aufheben [25].

Klassische Gelehrte untersuchten auch das Muster, nach welchem Mohammed die Abrogation während der Offenbarungen durchführte weil die koranischen Gesetze kurz und unzureichend für die Bedürfnisse der großen muslimischen Gemeinschaft waren [26]. Mohammed ändert seine Regeln entsprechend den äußeren Umständen. In den Hadith gibt es dafür eine Reihe von Beispielen. Beispielsweise offenbarte Mohammed Vers 2:187, welcher Sexualität während des Ramadans regelt, nachdem ‚Umar Ibn al-Khattab ihn danach gefragt hatte [27]. Entsprechend abrogierte Mohammed einen anderen Vers welcher alle Gläubigen zum bewaffneten Kampf für Gott aufrief (4:95), nachdem er von einem Blinden herausgefordert worden war, der dies nicht konnte [28].

Abu Ja‘far Muhammad bin Jarir al-Tabari (d. 923), ein berühmter sunnitischer Historiker, behauptete, dass „Abrogation nur mit Blick auf Anweisungen und Verbote erfolgen kann.“ [29] Diskussionen darüber gingen aber über die folgenden Jahrhunderte weiter, woraus die Wissenschaft des Asbab an-Nuzul (Der Grund der Offenbarungen) entstand. Der Vater dieser Wissenschaftsrichtung, Abu al-Hassan Ali bin Ahmad al-Wahidi an-Naisaburi (d. 1075), argumentierte, dass das Verständnis der Gründe der Offenbarungen entscheidend sei um auftretende Widersprüche aufzulösen [30]. Der Zusammenhang bestätigt das Feld. Einige Offenbarungen waren, für eine gewisse Zeit, vergessen [31], abgeändert [32] oder durch Satan’s Einflussnahme verschwunden [33]. Gelehrte streiten darüber, ob Gott zuerst die Suren 74 oder 96 offenbart hat [34].

Abu al-Kasim Hibat-Allah bin Salama (d. 1019) behauptete, dass der Ausgangspunkt für jegliche Koranstudie die Wissenschaft der Abrogation und abrogierter Verse ist [35]. Er identifizierte vier Klassen von Abrogation: 43 Kapitel welche von Abrogation unbeeinflußt bleiben [36]; sechs Kapitel welche das Konzept der Abrogation erweitern aber selbst nicht abrogiert werden [37]; 40 Kapitel mit abrogierten Stellen aber in ihrem Inhalt weiterhin gültig [38]; und 25 Kapitel in welchen sowohl der Wortlaut wie auch die Aussage abrogiert werden [39]. (Siehe Tabelle 1: Abrogation in der Praxis)

Tabelle 1: Abrogation in der Praxis

Abrogierender Vers Abrogierter Vers Thema
2:185 2:184 Fasten
2:234 2:240 Geschiedene Frauen
2:285 2:284 Offenbarungen
3:85-6; 9:73 2:62; 2:256; 5:69 Toleranz
4:11-12 2:180; 2:240 Erbschaft
5:90 2:219; 4:43 Wein-Trinken
8:66 8:65 Fähigkeit zum Kampf
9:29 2:109; 60:8-9 „Völker der Schrift“ (=Juden & Christen)
9:36 2:217; 45:14 Verbot zu kämpfen
22:52 53:19-23 Satan und seine Töchter
24:2 4:15-7 Ehebruch und Unzucht
33:50 33:52 Mohammed’s Frauen
58:13 58:12 Lösegeld
64:16 3:102 Gottesfurcht
73:20 73:2-3 Nachtgebet

Mohammed’s Möglichkeit, Verse entsprechend zeitgemäßen Angelegenheiten hinzuzufügen oder zu löschen veranschaulicht die Flexibilität des Korans [40]. Klassische Theologen gehen davon aus, dass medinensische Suren die mekkanischen überstimmen, nicht nur wegen der Chronologie, sondern auch weil die medinensischen Suren den Islam während einer Periode der Stärke repräsentieren.

Aber es gibt immer noch interne Debatten über verschiedene Vorgehensweisen bei der Abrogation. Unter sunnitischen Theologen gibt es Auseinandersetzungen darüber, ob die Sunna (Die Lebensregeln welche Mohammed aufgezeigt hat, im Gegensatz zu den Hadithen, welche Beschreibungen, die auf Mohammed im Gespräch mit Dritten zurückgehen, sind) den Koran abrogieren kann. Die malikischen und hanafischen Schulen gehen davon aus, dass die Sunna und der Koran einander abrogieren können, während die Shafiis dies ablehnen [41]. Ahmad bin Muhammad an-Nahhas, ein ägyptischer shafistischer Exeget (t ca. 1515), zählt die Möglichkeiten auf:

  • Die Kufans stimmen darin überein, dass der Koran sowohl den Koran wie auch die Sunna abrogieren könne;
  • Die Shafi’i sagen dass der Koran nur andere Stellen des Korans abrogieren kann aber nicht dass die Sunna den Koran abrogieren könne;
  • Andere, laut Nahhas, vertreten die Meinung, dass die Sunna sowohl den Koran wie auch die Sunna abrogieren könne;
  • während wiederum andere behaupten, die Sunna könne die Sunna abrogieren, aber nicht den Koran;
  • Und zuletzt gibt es noch die Leute, die keine solche Regeln setzen sondern von Fall zu Fall entscheiden wollen [42].

Der ägyptische Theologe Abu al-Fadl ‘Abd ar-Rahman Jalal ad-Din as-Suyuti (d. 1505) bezieht sich auf einen Kommentar von Mohammed’s Cousin Ibn’Abbas, welcher erklärte, „manchmal kam die Offenbarung nachts auf den Propheten herab, und dann vergaß er es am Tag darauf. Deshalb sandte Gott uns diesen Vers [2:106].“ Suyuti fährt damit fort, einen Vers zu zitieren, dessen Ende seinen Anfang abrogiert [43]. An anderer Stelle abrogiert ein Hadith den Koran. Während der Koran nur davon spricht, Ehebrecher zu züchtigen und zu verbannen [44], steinigte Mohammed einige Ehebrecher zu Tode und führte es so als die Strafe ein [45]. Suyuti stellt hierbei jedoch nicht die Abrogation an sich in den Mittelpunkt, sondern darauf ab, die Weisheit dahinter zu erforschen [46].

Zeitgenössische Theologen und Politiker haben die Debatte über die Zulässigkeit der Abrogation wieder eröffnet. Ali Dashti (1894-1982), ein traditionell ausgebildeter iranischer Gelehrter, welcher während der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zeitweise im Parlament tätig war, ging von der Erklärung aus, dass die Offenbarung des Korans an die Bedürfnisse Mohammeds zur Beantwortung zufälliger Ereignisse gekoppelt war [47]. Er ging auch davon aus, dass Abrogation eher für eine menschliche als eine göttliche Herkunft des Korans spricht.

Ahmad von Denffer (geb. 1949), ein Islam-Konvertit der über Religion schreibt, betont dass das Verständnis von Abrogation wichtig zur korrekten Anwendung von Gottes Gesetzen ist und eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Interpretation des Korans [48].

Andere muslimische Kommentatoren stehen der Abrogation eher ablehnend gegenüber und zitieren Verse – mekkanische – um zu belegen, dass Gottes Gesetze unabänderlich seien [49]. Viele zeitgenössische Propagandisten fürchten den Effekt von abrogierten Versen auf die Missionierung. Auf einer islamistischen Internetseite versuchte ein Teilnehmer das Prinzip der Abrogation zu widerlegen indem er die „verfälschte Auslegung“ von zwei Versen angriff (2:106 und 16:101) [50]. Muhammad Asad (1900-1992), geboren als Leopold Weiss – der vom Judentum zum Islam konvertierte, wonach er mit dem pakistanischen Theologen Muhammad Iqbal arbeitete und später der UN-Botschafter Pakistans wurde – argumentierte, dass die klassischen Theologen die Passagen, welche die Abrogation betreffen, falsch interpretierten und zitierte einen anderen Vers (10:64), um die Vorstellung der Unabänderlichkeit zu unterstützen.

Abrogation und Jihad

Welchen Einfluss hat die theologische Debatte über die Abrogation auf die aktuelle politische Debatte?

Obwohl nicht aller Terrorismus seine Wurzel im Islam findet, schafft die Religion für viele doch die Voraussetzungen. Es ist falsch anzunehmen, dass extremere Auslegungen der Religion unzulässig sind. Aussagen, dass es keinen Zwang im Glauben gibt und dass Jihad vor allem eine innere Anstrengung und nicht heiligen Krieg meint, mögen Beifall in Hörsälen und diplomatischen Sitzungssälen bekommen, aber sie verkennen die Brisanz des Themas Abrogation in der islamischen Theologie. Es ist wichtig zu begreifen, dass das was Universitätslehrer glauben und das, was die meisten Muslime – oder auch extremere Muslime – glauben, zwei verschiedene paar Stiefel sind. Für viele Islamisten und radikale Muslime ist die Abrogation Fakt und das, was der Westen Terror nennt, nur gerecht.

Während Mohammeds Leben hat die islamische Gemeinde drei Phasen durchlaufen. Am Anfang, von 610 bis 622, hat Gott Zurückhaltung befohlen. Als die Muslime nach Medina umzogen (623-626), erlaubte Gott den Muslimen in einem Verteidigungskrieg zu kämpfen. Allerdings erlaubte Gott in den letzten sechs Jahren von Mohammeds Leben (626-632) zuerst aggressiven Krieg gegen Polytheisten [52] und später auch gegen andere Monotheisten wie z.B. die Juden von Khaybar [53]. Mit der Erlaubnis im Namen Gottes zu töten, zettelte Mohammed dann auch Krieg an.

Kapitel neun des Korans, auf Englisch „Ultimatum“ (Deutsch: Die Reue) genannt, ist die wichtigste Sure, was die Themen Abrogation und heiliger Krieg gegen Ungläubige angeht. Es ist die einzige Sure, die nicht mit „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen“ beginnt [54]. Kommentatoren sind sich darüber einig, dass Mohammed diese Offenbarung im Jahr 631, dem Jahr vor seinem Tod, erhalten hat, nachdem er nach Mekka zurückgekehrt war und am Höhepunkt seiner Macht stand [55]. Muhammad bin Ismail al-Bukhari (810-70), welcher eine der wichtigsten Sammlung von Hadithen zusammengestellt hat, sagte, dass „Die Reue“ die letzte Sure war, die Mohammed offenbart wurde [56], auch wenn andere sagen es könnte auch die vorletzte gewesen sein. Wie auch immer, kurz vor dem Ende von Mohammed’s Leben erschienen, überstimmt „Die Reue“ frühere Offenbarungen.

Weil diese Sure gewalttätige Passagen enthält, abrogiert sie frühere friedliche Inhalte. Laut Muhsin Khan, dem Übersetzer von Sahih al-Bukhari, offenbarte Gott „Die Reue“ mit der Absicht, die Zurückhaltung zu verwerfen und die Muslime aufzufordern, gegen die Heiden wie auch gegen die Völker des Buches zu kämpfen, wenn sie nicht den Islam annehmen wollen oder religiöse Sondersteuern zahlen. Zuerst war aggressiver Kampf also verboten; später wurde er zulässig (2:190) und schließlich verpflichtend (9:5) [57]. Dieser „Vers des Schwertes“ allein abrogierte, entwertete und ersetzte 124 Verse, die zu Toleranz, Mitgefühl und Frieden aufriefen [58].

Laut Suyuti ist im Koran alles über Vergebung und Frieden durch den Vers 9:5 abrogiert, welcher die Muslime verpflichtet, die Ungläubigen zu bekämpfen und Gottes Reich auf Erden zu errichten.

Bevor er „Die Reue“ erhalten hat, hatte Mohammed Vereinbarungen mit diversen arabischen Stämmen geschlossen. Aber nachdem Mohammed eine Offenbarung (2:190-2) erhalten hat, fühlte er sich berechtigt, seinen Waffenstillstand zu brechen. Für Isma’il bin Kathir (1301-73), einem Schüler von Ibn Taymiyya und selbst ein einflussreicher Koraninterpret, ist klar: Da zum Jihad auch der Tod und das Töten von Menschen gehört, weist Gott darauf hin, dass Unglaube, Polytheismus und das Nichtbefolgen von Gottes Pfad wie er im Koran beschrieben ist, schlimmer ist als das Töten [59]. So entsteht eine Rechtfertigung für immer weitere Generationen von Muslimen, Nicht-Muslime zu töten, nur weil sie nicht den Islam annehmen wollen.

Entsprechend Ibn Kathir’s Kommentar zu Vers 9:5 nutzte Abu Bakr al-Siddiq, der erste Kalif, diesen und andere Verse, um jeden zu bekämpfen, der nicht religiöse Sondersteuern an die Muslime zahlen wollte oder nicht zum Islam konvertierte. Ibn ‚Umar Ibn al-Khattab, einer der Hadith-Übermittler, zitierte Mohammed mit der Aussage „Mir wurde der Befehl erteilt, dass ich gegen die Menschen solange kämpfe, bis sie sagen: Kein Gott ist da außer Allah und Mohammed ist sein Prophet.“ Er bestätigt das Ad-Dahhak bin Muzahim, ein anerkannter Hadith-Übermittler sagt, dass der Vers des Schwertes „jedes Friedensabkommen zwischen dem Prophet und jedwedem Götzendiener aufhebt, jedes Abkommen und jede Befristung.“ ‚Aefi zitiert Ibn ‚Abbas, der bestätigt, dass „Die Reue“ frühere Friedensabkommen umgeht [60]. Die Shafi’i-Schule nimmt dies als Rechtfertigung jeden zu töten, der das Gebet vernachlässigt und gegen jeden zu kämpfen, der sich weigert, die Zusatzsteuer für religiöse Minderheiten zu zahlen [61].

Solche Interpretationen finden ihren Nachhall. Muhammad Sa‘id Ramadan al-Buti, Professor an der Al-Azhar Universität, schrieb dass „der Vers 9:5 keinen Raum für Vermutungen darüber lässt, was als Verteidigungskrieg bezeichnet wird. Dieser Vers bestätigt dass der heilige Krieg, der im islamischen Gesetz gefordert wird, kein Verteidigungskrieg ist weil er ebenso gut als Angriffskrieg legitimiert ist. Er ist gewissermaßen der Gipfelpunkt und der ehrenhafteste aller heiligen Kriege. Sein Ziel ist die Begeisterung für das Wort Gottes, die Errichtung der islamischen Gesellschaft und die Herstellung von Gottes Königreich auf der Erde, egal mit welchen Mitteln. Es ist gerechtfertigt, einen offensiven heiligen Krieg zu führen.“ [62]

Defensive Kriegsführung ist nichts weiter als eine Phase der islamischen Missionierung, die der Prophet praktizierte. Diese wurde abgelöst durch eine andere Phase, diese ist alle Völker zur Annahme des Islams aufzufordern. Selbst für die Völker des Buches kann es keine andere Rolle als die Annahme des Islams oder die Unterwerfung unter das islamische Gesetz geben. Daher Mohammeds Aussage, „Sie werden euch nicht angreifen, sondern ihr werdet sie angreifen.“ [63]

Moderne Aufarbeitung des Jihad

David Powers, ein angesehener Islam-Forscher stimmt damit überein, dass 9:5 nicht weniger als 124 Verse abrogiert, die irgend etwas geringeres als eine totale Offensive gegen die Ungläubigen anordnen oder vorschlagen. Immerhin ist er der Auffassung, das der Vers sich durch den in ihm enthaltenen möglichen Fall selbst aufhebt, in welchem er endet: „Wenn sie reuig ihren Unglauben aufgeben, das Gebet verrichten und die Zakat-Abgaben entrichten, laßt sie ihres Weges ziehen!“ [64] Aber diese Bedingung ist nicht etwa großzügig: Wenn Ungläubige ihren Unglauben aufgeben, das muslimische Gebet verrichten und Abgaben bezahlen, sind sie de facto Muslime geworden. Wenn sie erst einmal Muslime geworden sind, gibt es keinen Grund mehr, sie abzuschlachten. Die Bedingung ist also eher zwangsweise als nur bedingt. Sie läßt darauf schließen, dass nicht-Muslime konvertieren oder getötet werden müssen.

Allerdings wird kein anderer Vers häufiger von heutigen Islam-Predigern und Apologeten häufiger zitiert um den Islam als friedlich und anteilnehmend zu beschreiben als 2:256, „Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ Für Scheich Abdur Rahman, den Pakistanischen Justizminister, ist dieser Vers einer der wichtigsten, enthält er doch ein Statut von Freiheitsbewusstsein, welches in der Religionsgeschichte der Menschheit seinesgleichen sucht [65].

Mohammed offenbarte diesen Vers während seines ersten Jahres in Medina, als er noch die Unterstützung der Juden benötigte. Nahhas, gestützt auf Ibn ‚Abbas sagte: „Die Gelehrten waren sich über 2:256 uneinig. Manche sagten, das er durch 9:73 abrogiert sei, da der Prophet die Araber zwang, den Glauben anzunehmen und die zu bekämpfen, die keine andere Wahl hatten als sich dem Islam zu unterwerfen. Andere Gelehrte sagten, dass 2:256 in Bezug auf die Anhänger der Buchreligionen nicht abrogiert sei. Nur die Ungläubigen seien gezwungen, den Islam anzunehmen.“ [66] Suyuti sieht 2:256 nicht als durch 9:73 abrogiert an sondern interpretiert 9:73 als Möglichkeit an, den Kampf zu verschieben, bis die Muslime stark genug dafür sind. Er argumentiert, dass Gott den Muslimen Geduld befohlen hatte, als sie schwach waren [67].

Das gleiche trifft auch auf die Sure 9:29 zu, welche sich mit Juden und Christen beschäftigt. Sie zu bekämpfen wird nach der Verdeutlichung des Kampfes gegen die Götzendiener genannt (9:5). Dieser Ver (9:29) wurde offenbart, als Mohammed befohlen wurde die Byzantiner anzugreifen und er die Expedition nach Tabuk vorbereitete. Ibn Kathir erläuterte: Der Befehl lautet, die Schriftbesitzer zu bekämpfen, bis sie die Jizyah (Schutzsteuer) mit williger Unterwürfigkeit bezahlen und sich gedemütigt fühlen. Währen sie wahre Gläubige ihrer Religionen gewesen, hätte sie ihr Glaube dazu gebracht, an Mohammed zu glauben, weil alle vorigen Propheten ihn angekündigt und befohlen hätten, ihm zu folgen. Als er dann aber gesandt wurde, glaubten sie nicht an ihn, obwohl er der „mächtigste aller Gesandten ist, weil es zu ihren Wünschen und Gelüsten passt, und weil sie nicht an den Herrn glauben, den mächtigsten, den letzten und besten aller Propheten.“

Ibn Kathir fährt fort: „Dieser ehrenvolle Vers wurde offenbart mit dem Befehl, die Schriftbesitzer zu bekämpfen. Nachdem die Heiden besiegt waren, traten die Menschen in großer Zahl in den Islam ein, und die arabische Halbinsel wurde unter muslimische Kontrolle gebracht.“ [68]

Fazit

Das Thema der Abrogation im Islam ist entscheidend für das Verständnis sowohl von Jihad wie auch von da’wa, der Verbreitung des Islam. Einige Muslime mögen Toleranz predigen und behaupten, dass Jihad sich nur auf eine innere, friedliche Anstrengung bezieht, ein besserer Mensch zu werden. Westliche Kommentatoren können sich selbst einreden, dass solche Lehren richtig seien. Für ausgebildete muslimische Gelehrte und Politiker sind solche Vorstellungen allerdings lächerlich. Sie erkennen, dass in der Praxis sehr wohl Zwang im Islam besteht. Sie nehmen die Vorstellung ernst, dass der Koran nicht nur Toleranz unter den Religionen lehrt, sondern religiöse Toleranz nach den Bedingungen des Islam. Um die Herausforderung des aktuellen islamistischen Revivals zu verstehen, ist es für Nicht-Muslime ebenso wie für moderate Muslime entscheidend zu erkennen, dass die islamische Doktrin doppelgesichtig ist und dass das medinesische Gesicht sehr wohl dazu in der Lage ist, das mekkanische Gesicht des Islam für einen wichtigen Teil, wenn nicht sogar für den Großteil der heutigen Muslime, zu überschatten.

David Bukay ist Dozent an der Schule für Politikwissenschaft an der Universität von Haifa.

[1] Mustafa Akyol, „Terror’s Roots Not in Islam,“ FrontPage Magazine, Oct. 20, 2004; „Islam: The Religion of Peace“ and „Status of Human Beings in Islam,“ Islam: Beginner’s Introduction, Bihar Anjuman Foundation, Dubai, United Arab Emirates, Nov. 29, 2006.
[2] John L. Esposito, What Everybody Needs to Know about Islam (Oxford: Oxford University Press, 2002), pp. 61-4, 70-3, 117-27, 132-6; Natana Delong-Bas, „New Opinion of Ibn Abdel Wahhab,“ Al-Ahram Weekly Online, Jan. 26 – Feb. 1, 2006; Noah Feldman, After Jihad: America and the Struggle for Islamic Democracy (New York: Farrar, Straus and Giroux, 2003), pp. 221-6.
[3] George W. Bush, address to joint session of Congress, Sept. 20, 2001; idem, remarks, White House, Oct. 23, 2001; Tony Blair, British prime minister, statement to Parliament on the London bombings, July 11, 2005.
[4] Karen Armstrong, „The True, Peaceful Face of Islam,“ Time, Sept. 23, 2001.
[5] Jamal Badawi, „Islam, World Peace and September 11,“ video clips, accessed May 16, 2007; idem, „Jihad, A Call to Humanity,“ islamicforumeurope.com, accessed May 16, 2007.
[6] Qur. 2:256; 2:285; 3:64; 4:134; 5:5; 5:8; 5:48; 11:118; 29:46; 49:13; 60:8-9. All references are from Ahmed Ali, Al-Qur’an: A Contemporary Translation (Princeton: Princeton University Press, 2001).
[7] For further discussion, see Richard Bell, Introduction to the Qur’an (Edinburgh: Edinburgh University Press, 1953), pp. 57-61; A.T. Welch, The Encyclopedia of Islam, vol. 5 (Leiden: E.J. Brill, 1960), s.v. „kur’an,“ pp. 409-11.
[8] For more concerning the construction of the Qur’an, see Bell, Introduction to the Qur’an, chaps. 6-8.
[9] Bell, Introduction to the Qur’an, pp. 86-107; Arthur Jeffery, Islam: Muhammad and His Religion (Indianapolis: Bobbs-Merrill, 1958), p. 66.
[10] Qur. 2:106.
[11] Qur. 16:101.
[12] Qur. 13:39.
[13] Qur. 17:86.
[14] John Burton, The Encyclopedia of Islam, vol. 7, s.v. „Naskh,“ p. 1010.
[15] Abu al-Kasim Hibat-Allah Ibn Salama, An-Nasikh wal-Mansukh (Cairo: Dar al-Ma’arif, 1966), pp. 4-5, 123. On pp. 142-3, he lists the abrogated verses. See also pp. 7, 11, 26-7, 37, 46.
[16] Maulana Muhammad Ali, The Religion of Islam (Lahore: Ahmadiyya Anjuman Isha’at Islam, 2005), p. 32; Ahmad bin Muhammad al-Nahhas, An-Nasikh Wal-Mansukh (Cairo: Maktabat ‘Alam al-Fikr, 1986), pp. 2-3.
[17] Muhammad Abu al-Husain Muslim bin al-Hajjaj al-Nisapuri, Sahih Muslim (Riyadh: International Islamic Publishing House, 1971), book 003, no. 0675.
[18] ‘Abdallah Ibn ‘Umar al-Baydawi, Anwar at-Tanzil wa-Asrar at-Ta’wil (Riyadh: Dar at-Tiba‘ah, 1997), pp. 116-7.
[19] Abu al-A’la al-Mawdudi, The Meaning of the Qur’an, vol. I (Lahore: Islamic Publications, Ltd., 1967), p. 102, fn. 109; Ali, Al-Qur’an: A Contemporary Translation, p. 24.
[20] Abdullah Yusuf Ali, The Glorious Qur’an: Text, Translation, and Commentary (Leicester:The Islamic Foundation, 1978), pp. 46-7.
[21] Abdul Majid al-Daryabadi, Tafsir al-Qur’an (Lahore: Idara Islamiyyat, 1985), p. 36; see also Mustansir Mir, Dictionary of Qur’anic Terms and Concepts (New York: Garland Publishing, 1987), pp. 5-6.
[22] Badr al-din Muhammad bin ‘Abdullah al-Zarkasi, Al-Burhan fi ‘Ulum al-Qur’an, vol. 1 (Cairo: Matba’at al-Halabi, 1957), p. 235; Abu al-Fadl ‘Abd al-Rahman Jalal ad-Din as-Suyuti, Al-Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an (Beirut: Dar al-Kitab al-Arabi, 1973), part 1, p. 47.
[23] Richard C. Martin, Mark R. Woodward, with Dwi S. Atmaja, Defenders of Reason in Islam: Mu‘tazilism from Medieval School to Modern Symbol (Oxford: Oneworld Publications, 1997), pp. 25-6, 47-8, 126-8, 210-7; Louis Gardet, The Encyclopedia of Islam, vol. 4, s.v. „Kalam,“ pp. 468-71; Daniel Gimaret, The Encyclopedia of Islam, vol. 7, s.v. „Mu‘tazila,“ pp. 788-9.
[24] Fakhr al-Din al-Razi, At-Tafsir al-Kabir, vol. 1 (Cairo: Maktabat ‘Alam al-Fikr, 1956), p. 446.
[25] Abu Muhammad ‘Ali bin Ahmad bin Sa’id Ibn Hazim, An-Nasikh w’al-Mansukh (Beirut: Dar al-Kutub al-‘Ilmiyah, 1986).
[26] Ali Dashti, 23 Years: A Study of the Prophetic Career of Mohammad (Costa Mesa, Calif.: Mazda, 1994), p. 54.
[27] Muhammad Ibn Isma’il al-Bukhari, Sahih al-Bukhari, vol. 6 (Lahore: Kazi, 1979), book 60, p. 31; Mahmud bin ‘Umar al-Zamakhshari, Al-Kashshaf ‘an Haqa’iq at-Tanzil wa-‚Uyun al-Aqawil fi Wujuh at-Ta’wil (Beirut: Dar al-Kitab al-Arabi, 1967), part I, pp. 337; Abu al-Fadl ‘Abd al-Rahman Jalal ad-Din as-Suyuti, Lubab an-Nuqul fi Asbab an-Nuzul (Cairo: Maktabat ‘Alam al-Fikr, 1964), p. 31; Baydawi, Anwar at-Tanzil wa-Asrar at-Ta’wil, pp. 39.
[28] Bukhari, Sahih al-Bukhari, vol. 6, part 6, p. 227; Zamakhshari, Al-Kashshaf, part I, p.
555; Suyuti, Al-Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an, p. 98.
[29] Abu Ja’far Muhammad bin Jarir al-Tabari, Tafsir: The Commentary on the Qur’an, vol. 2 (Oxford: Oxford University Press, 1987), pp. 471-2.
[30] Abu al-Hassan Ali Ibn Ahmad al-Wahidi al-Naisaburi, Kitab Asbab nuzul al-Qur’an (Cairo : Dar al-Kitab al-Jadid, 1969), p. 4.
[31] Qur. 87:6-7.
[32] Qur. 2:106.
[33] Qur. 22:52.
[34] Bell, Introduction to the Qur’an, pp. 108-9; Welch, The Encyclopedia of Islam, vol. 5, s.v. „Kur’an,“ pp. 414-9.
[35] Salama, An-Nasikh wal-Mansukh, pp. 4-5, 8; Nahhas, An-Nasikh wal-Mansukh, pp. 4-12.
[36] Qur. 1, 12, 36, 49, 55, 57, 61-2, 66-9, 71-2, 77-9, 82-5, 89-94, 97-102, 104-10, 112-4.
[37] Qur. 48, 59, 63, 64, 65, 87.
[38] Qur. 6-7, 10-1, 13, 15-8, 20, 23, 27-31, 34-5, 37-9, 43-7, 51, 53-4, 60, 68, 70, 74-7, 80, 86, 88, 109.
[39] Qur. 2-3, 5, 8-9, 14, 18-9, 21-2, 24-6, 33-4, 40, 42, 51-2, 56, 58, 73, 103, 108.
[40] Suyuti, Al-Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an, part I, p. 82.
[41] On the Shafi’i school, see Majid Khadduri, Islamic Jurisprudence. Shafi’i’s Risala (Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1961), pp. 123-7, 195-205.
[42] Nahhas, An-Nasikh W’al-Mansukh, pp. 5-6.
[43] Qur. 9:5 (the sword verse).
[44] Qur. 24:2.
[45] Suyuti, Al-Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an, part 3, pp. 59-60, 69-70, 74; Qur. 4:15-16.
[46] Ibid., pp. 60, 69, 72. For further examples of Muhammad changing his mind, see Nisapuri, Sahih Muslim, 15:4044–62.
[47] Dashti, 23 Years: A Study of the Prophetic Career of Mohammad, p. 54.
[48] Ahmad Von Denffer, „Asbab al Nuzul“ and „Al-Nasikh wal-Mansukh,“ Ulum al-Qur’an: An Introduction to the Sciences of the Qur’an (Leicester: The Islamic Foundation, 1989), chap. 5.
[49] Yusuf Ali, The Glorious Qur’an, pp. 46, 47; Qur. 6:34, 115; 10:64; 18:27.
[50] A. Muhammed, „The Lie of Abrogation: The Biggest Lie against the Qur’an,“ accessed May 7, 2007.
[51] Muhammad Asad, Message of the Qur’an (Gibraltar: Dar al-Andalus, 1993), pp. 22-3, fn. 87; see also Ernest Hahn, „Sir Sayyid Ahmad Khan’s Controversy over Abrogation“ The Muslim World, Apr. 1974, p. 126.
[52] James Robson, trans., Mishkat al-Masabih, vol. 2 (Lahore: M. Ashraf, 1963-5), book XV, chap. 5, pp. 752-5, book XVIII, chap. 1, pp. 806-16; idem, Mishkat al-Masabih, vol. 3, book XVIII, chap. 5, pp. 836-9.
[53] L. Veccia Vaglieri, The Encyclopedia of Islam, vol. 4, s.v. „Khaybar,“ pp. 1137-43.
[54] See explanations, Suyuti, Al-Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an, part 1, pp. 60, 65, 164.
[55] Alfred Guillaume, The Life of Muhammad (Oxford: Oxford University Press, 1955), pp. 617-9; Yusuf Ali, The Glorious Qur’an, p. 435; Tabari, The History of Al-Tabari, vol. 8, pp. 160-87.
[56] Bukhari, Sahih al-Bukhari, vol. 6, book 60, no. 129.
[57] Muhsin Khan, „Introduction,“ in ibid., pp. xxiv-xxv.
[58] Ibn Hazm, An-Nasikh wal-Mansukh, pp. 19, 27; Muhi al-Din Ibn al-‚Arabi, Tafsir al-Qur’an al-Krim (Beirut: Dar al-Andalus, 1978), p. 69; Burton, The Encyclopedia of Islam, vol. 7, s.v. „Naskh,“ p. 1010; Salama, An-Nasikh wal-Mansukh, p. 130, mentioned only 114.
[59] Ibn Kathir, Tafsir of Ibn Kathir, vol. 4, pp. 375-7.
[60] Ibid., pp. 375, 377.
[61] Khadduri, Islamic Jurisprudence: Shafi’i Risala, pp. 333-52, notes, pp. 33-9.
[62] Muhammad Sa’id Ramadan al-Buti, Jurisprudence in Muhammad’s Biography (Damascus: Dar al-Fikr, 2001), pp. 323-4.
[63] Ibid., p. 242.
[64] David S. Powers, „The Exegetical Genre nasikh al-Qur’an was mansukhuhu wa-mansukhuhu,“ in Approaches to the History of the Interpretation of the Qur’an, Andrew Rippin, ed. (Oxford: Clarendon Press, 1988), pp. 130-1.
[65] Sheikh Abdur Rahman, Punishment of Apostasy in Islam (Lahore: Institute of Islamic Culture, 1972), pp. 16, 18-9.
[66] Nahhas, An-Nasikh wal-Mansukh, p. 80; Ibn Hazm, An-Nasikh wal-Mansukh, pp. 12-9, 27, 42.
[67] Suyuti, Itqan fi ‘Ulum al-Qur’an, pp. 25-6.
[68] Ibn Kathir, Tafsir Ibn Kathir, pp. 404–9, 546-7; Bukhari, Sahih al-Bukhari, vol. 4, book 53, no. 388; Guillaume, The Life of Muhammad, p. 620.

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